wobei im Ruhezustand ein konstanter Gleichstrom von z.B. 20mA fließt. Daher wird die TTY-Schnittstelle oft nach als '20-mA-Stromschnittstelle' bezeichnet. Die Übertragung von Daten geschieht nun einfach so, daß der Sender den Schleifenstrom in einem bestimmten Rhythmus unterbricht. Beim altgedienten Fernschreiber geschieht dies durch einen mecha-nischen Unterbrecherkontakt. Der Empfänger erkennt die rhythmischen Unterbrechungen mit Hilfe einer Art Relaisspule und setzt sie wieder in mechanische Bewegung um. Man beachte, daß mit einer nur 2-adrigen Leitung ohne irgendeine Umschaltung in beide Richtungen ge-arbeitet werden kann. Allerdings geht dies nicht gleichzeitig: einer der beiden Sender muß stets in Ruhestellung sein (Unterbrecherkontakt geschlossen). Diese Art des eingeschränkten Zweirichtungsbetriebs nennt man Halbduplexverfahren. Für einen echten Zweirichtungsbetrieb (Vollduplex) benötigt man getrennte Stromschleifen für Senden und Empfang.
Wird die TTY-Schnittstelle bei Computerperipheriegeräten benutzt, so verwendet man natürlich moderne Halbleiterbauelemente: der Unterbrecherkontakt wird durch einen Schalttransistor ersetzt, die Empfangsspule durch einen Optokoppler (siehe Bild 2).
Man unterscheidet zwischen aktiven und passiven TTY-Schnittstellen. Eine aktive Schnittstelle enthält eine Quelle für den Schleifenstrom, eine passive dagegen nicht. In Bild 2 ist der Sender aktiv, der Empfänger passiv. Normalerweise sollten immer eine passive mit einer aktiven Schnittstelle zusammen eine Stromschleife bilden.
Die einzelnen, zu einem Zeichen gehörenden Bits werden der Reihe nach ('seriell') gesendet. Jedem zu sendenden Zeichen wird ein START-Bit (log. 0) vorangestellt. Danach folgen die Bits des Zeichens selbst (z. B. sieben Bit des ASCII-Codes). Als Abschluß folgt das Paritätsbit (siehe unten) und ein bis zwei STOP-Bits (log. 1), worauf die Leitung wieder im Ruhezustand ist.
Logikpegel, Leitungspegel und die zugehörigen englischen Bezeichnungen sind in Tabelle 1
dargestellt. Jedes Bit liegt für die gleiche, feste Zeitspanne auf der Leitung. Sie wird angegeben in der Einheit 'Baud' (nach Baudot, einem Pionier der Fernschreibertechnik), wobei gilt: 1 Baud = 1 Bit pro Sekunde. Damit ist die Geschwindigkeit der Datenübertragung jedoch noch nicht festgelegt, denn zwischen den einzelnen Zeichen kann die Leitung ja beliebig lange im Ruhezustand verharren.
Die maximale Datenrate ergibt sich, wenn die einzelnen Zeichen so dicht aufeinanderfolgen, daß das START-Bit eines Zeichens direkt an das letzte STOP-Bit des vorangehenden Zeichens angrenzt. Bei der Übertragung von 7-Bit-ASCII-Zeichen mit je einem START-, Paritäts- und STOP-Bit ergibt sich beispielsweise bei einer Baudrate von 300 Baud eine maximal erreichbare Datenrate von 300/(7+3) = 3O Zeichen pro Sekunde.
dargestellt. Beim Empfänger ist es meist möglich, die Paritätsprüfung auszuschalten. Dennoch muß der Empfänger in jedem Fall das Vorhandensein des Paritätsbits berücksichtigen, da es ja jedes Zeichen um ein Bit verlängert Um das STOP-Bit zum richtigen Zeitpunkt erwarten zu können, muß also der Empfänger stets nach einer der Möglichkeiten von Tabelle 2 passend zum Sender eingestellt sein. Ob das empfangene Paritätsbit aber geprüft wird, ist eine andere Sache.
Eine weitere Prüfungsmöglichkeit bietet das STOP-Bit. Liegt es nicht auf log. 1, so betrachtet der Empfänger dies als 'frame error' (engl. frame = Rahmen, gemeint ist de, Rahmen, den START- und STOP-Bit mit die Datenbits bilden).
Auf diese Weise werden z.B. die Terminals in einem Reisebüro mit dem entfernten Zentralrechner verbunden.
Man beachte in Bild 4, daß die RS232-C-Verbindung nur das kurze Stück zwischen Rechner beziehungsweise Terminal und Moden bildet, nicht die eigentliche Fernübertragungstrecke. Für diese Anwendung wurden die genannten Normen konzipiert. Sie definieren deshalb mehr als 20 Adern pro Leitung mit vielen Sonderfunktionen.
In der Mikrocomputerei werden RS232-C-Verbindungen in der Regel zum Anschluß von Peripheriegeräten (zum Beispiel Bildschirmterminal oder Drucker) an einen Rechner benutzt. Modems sind dabei nicht beteiligt. Daher entfällt ein Großteil der in den Normen vorgesehenen Signaladern. Die in der Mikrocomputerei verwendeten Signale sind in Tabelle 3
zusammengestellt. Physikalisch ist die RS-232-C:Schnittstelle eine Spannungsschnittstelle (im Gegensatz zur TTY-Stromschnittstelle); für jede Richtung ist eine Signalader erforderlich, dazu kommt eine gemeinsame Masseleitung. Halbduplexbetrieb in der Form wie bei der TTY-Schnittstelle (siehe Bild 1) ist nicht möglich. Als normgerechte Steckverbindung verwendet man den 25pol. Subminiatur-D-Stecker.
Für das serielle Datenformat auf der Leitung (Pro 2 u. 3) gilt alles oben aber die TTY-Schnittstelle Gesagte. Die genormten Spannungspegel sind Tabelle 1 zu entnehmen. Die übrigen Signalleitungen (Pin 4, 5, 6 u. 20) werden als Handshake-Signale etc. benutzt. Sie arbeiten mit denselben Signalpegeln wie die Datenleitungen (Pin 2 u 3).
Wie aus Tabelle 3 zu erkennen, gibt es zwei unterschiedliche RS-232-CSchnittstellen: die Modemschnittstelle und die Terminalschnittstelle. Ein Gerät mit einer Modemschnittstelle kann man Pin für Pin mit einem Gerät mit Terminalschnittstelle verbunden. Beispielsweise ist Pin 2 bei der Terminalschnittstelle der Ausgang für die seriellen Daten, bei der Modemschnittstelle ist Pin 2 der zugehörige Eingang. In der Regel besitzt ein Personalcomputer eine Modemschnittstelle, die anzuschließenden Peripheriegeräte dagegen eine Terminalschnittstelle.
Will man zwei Geräte mit gleichnamigen Schnittstellen verbinden, so müssen im Kabel die Adern innerhalb der Leitungspaare 2,3 sowie 4,5 und 6,20 gekreuzt werden. Ein solches Kabel wird als Nullmodemkabel bezeichnet. Stets muß ja ein Ausgangspin des einen Geräts auf einen Eingangspin des anderen Geräts treffen (Tabelle 3).
| 1. | Einstellen von Bandrate, Paritätsbit, STOP-Bits. Niedrige Bandraten sind für erste Versuche empfehlenswert ; mehr STOP-Bits beim Sender als beim Empfänger schaden nichts. |
| 2. | Verbindung der Geräte nur für eine Signalrichtung, zum Beispiel vom Rechner zum Drucker. Zunächst Weglassen aller Leitungen für Handshake und Rückkanal. |
| 3. | Inbetriebnahme dieser Verbindung, wenn nötig Korrektur von 1. |
| 4. | Nachdem einzelne Zeichen korrekt übertragen werden können, vervollständigt man die Verbindung mit den zusätzlichen Adern für Rückkanal und/oder Handshake. Bei einigen Geräten ist schon nach Punkt 3. eine zufriedenstellende Arbeitsweise erreicht. Bei anderen Geräten genügt ein, Geschwindigkeitsdrosselung durch Herabsetzen der Baudrate, um ohne besondere Übertragungsprozedur auszukommen. |